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Dynamic Motion


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Führen statt Fusionieren

Versteifungen nach Wirbelsäulenschäden gefährden gesunde Wirbel.
Daher bietet Orange Spine ein neues System für Führen statt Fusionieren: Ein dynamischer Fixateur mit komplexem Gelenksystem erlaubt definierte Bewegungen und schützt so angrenzende Segmente
.


Die Spondylodese gilt als bewährte Methode zur Behandlung degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen. Allerdings bedeutet die Versteifung eine deutlich erhöhte Belastung der benachbarten Wirbel und Bandscheiben, der dadurch verstärkte Verschleiß führt oft nach einiger Zeit zu Beschwerden an bislang gesunden Abschnitten der Wirbelsäule. Bisherige Versuche, die wirkenden Kräfte durch Seile oder Stoßdämpfer abzumildern, lassen den Wirbeln entweder zu viel Spielraum oder weichen weit von natürlichen Bewegungsmustern ab. Ein ganz neuer Ansatz basiert auf einer kontrollierten Bewegungssteuerung mit integrierter Dämpfung: Das System wird durch das Körpergewicht in der Schwebe gehalten und ermöglicht Flexion, Translation und Rotation in einem genau definierten Rahmen.

In der Regel wird mit der Fusion die Stabilisierung der instabilen Wirbel in der zum Stehen und Liegen am besten geeigneten Position angestrebt. Der versteifte Abschnitt kann sich danach jedoch nicht mehr an andere Bewegungen anpassen. Stabilisierung der Bandscheibenhöhe und der Bewegungsfähigkeit ist auch bei dynamischen Fixierungslösungen das oberste Ziel, um Schmerzen und weitere Schäden durch gleitende oder kippende Wirbel zu verhindern – allerdings mit einer gewissen Flexibilität. Entscheidend hierfür ist der natürliche Rotationspunkt der einzelnen Segmente, der für die optimale Ausrichtung und Kräfteverteilung entlang der gesamten Wirbelsäule sorgt. Da sich diese Stelle von Level zu Level, von Bewegung zu Bewegung unterscheidet und sich zudem im Alter oder durch körperliche Veränderungen verschieben kann, wurde nach einer technischen Lösung gesucht, die den Rotationspunkt selbstständig ermittelt und sich immer wieder für die neutrale Position adaptiert.

Bewegungsspielraum innerhalb gesunder Maximalwerte

Das neu vorgestellte Dynamic Motion System kombiniert ein spezielles Pedikelschrauben-System mit einem zweiteiligen, geschlossenen Verbindungsstück: Der untere Teil enthält gebogene, gegenläufig geschichtete Titan-Plättchen, die als Stoßdämpfer fungieren. Darauf liegt eine Querstrebe des oberen Stücks mit relativ wenig Druck auf. Durch das Eigengewicht des Körpers wird das Oberteil, in dem ebenfalls ein Dämpfer mit axialem Spiel integriert ist, heruntergedrückt und in einen Schwebezustand gebracht, der es ermöglicht, automatisch zu jeder Zeit den jeweiligen Rotationspunkt zu finden. Nach oben und unten sowie zu den Seiten bleibt dabei ein gewisser Spielraum, der kontrollierte Bewegungen erlaubt. Das Mobilitätsspektrum umfasst bei Flexion und Extension +/- 5°, in der Rotation +/- 2° und bei der lateralen Biegung ebenfalls +/- 2°. Damit sind die normalen körperlichen Anforderungen des Patienten abgedeckt, während die Bandscheibe und die Fazettgelenke entlastet werden.

Gleichzeitig sind die Wirbel aber in ihrer Beweglichkeit sinnvoll begrenzt, so dass zu hohe Lasten umgeleitet und auf mehrere Wirbel verteilt oder durch die Dämpfungsfunktion entschärft werden. Beispielsweise wirken bereits beim Treppensteigen mit einer Getränkekiste auf die Wirbelsäule Spitzenkräfte von 3.000 bis 4.000 Nm, die normalerweise über die ganze Länge aufgeteilt werden. Nach einer Fusion tragen dagegen die angrenzenden Wirbel die zusätzliche Last. Dadurch entwickeln sich bei geschätzten 35 Prozent der Patienten mit Versteifungen innerhalb von fünf Jahren Symptome der so genannten Adjacent Disc Disease. Teilweise wird es sogar als allgemeingültiges Prinzip angesehen, dass Fusionen zwar Schmerzen beseitigen und die Stabilität wiederherstellen, aber auch die benachbarten Level beschädigen.

Geführte axiale Translation verhindert Überlastung

Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang die axiale Translation. Die Verbindung von Rotation mit einer lateralen Verschiebung führt bei degenerativen Erkrankungen zu ruckartigen Positionsveränderungen. Der Wirbel bewegt sich abrupt von einem Maximalwert zum anderen und aufgrund der Instabilität oft über die gesunde Endstellung hinaus. Die Führung durch das dynamische System soll auch derartige Überlastungen verhindern, indem sie nur eine axiale Verschiebung innerhalb normaler physiognomischer Bereiche erlaubt. Möglich wird diese zeitgleiche Rotation und Translation dadurch, dass die Bewegungen unabhängig von einander ablaufen. Tests der vollständig aus Titan bestehenden Fixateure mit bis zu fünf Millionen Belastungszyklen stellen dabei sicher, dass Material und Konstruktion dauerhaft auch stärkere Aktivitäten überstehen.

Das Dynamic Motion System eignet sich zur Behandlung lumbaler Stenosen, bei Instabilitäten des Anschlusssegments sowie bei Kyphose, Pseudoarthrose oder degenerativer Spondylolisthese ersten Grades. Da es mit Stablängen von bis zu 120 mm erhältlich ist, kann es je nach Indikation alleine oder im Anschluss an eine Fusion eingesetzt werden. Die dazugehörigen Orange Screw Pedikelschrauben zeichnen sich durch kleine Tulpen und einen hohen Erhalt des Drehmoments aus. Diese Kombination belastet das Weichteilgewebe weniger und verhindert, dass sich die Verschlussmutter durch die ständigen Bewegungen lockert.









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